Bunte Gärten und blühende Balkone sind Balsam für die Seele. Grüne Pflanzen, die im Wind tanzen, während bunte Blüten ihre Farbenvielfalt entfalten – all das vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Harmonie. Doch neben diesem ästhetischen Genuss kann ein Garten weit mehr bieten – er bietet neben Blumen und Stauden auch Platz für allerlei Heilkräuter, mit denen Sie Ihrer Gesundheit und Ihrem körperlichen Wohlbefinden etwas Gutes tun können.

Damit Ihre Gesundheit von Pfefferminze, Lavendel und Co. profitieren kann, sollten klassische Anbaufehler vermieden werden. Nur so stellen Sie sicher, dass Ihre Heilkräuter nicht nur Ihren Garten oder Balkon mit aromatischem Duft und bunten Farben, sondern auch mit einer Fülle an anti-entzündlichen und wohltuenden Eigenschaften für Körper und Geist bereichern.

1. Kein ausreichender Platz

Wenn das Kräuterbeet überladen ist, konkurrieren die Pflanzen nicht nur um Platz, sondern auch um Nährstoffe, Licht und Wasser. Dies kann einerseits zu einer schlechteren Gesundheit der einzelnen Pflanzen führen und andererseits zu einem regelrechten Kräuterkuddelmuddel, bei dem es schwer wird, die verschiedenen Pflanzen auseinanderzuhalten und den Überblick innerhalb der Naturapotheke zu behalten.

Um diesen Fehler zu vermeiden, ist es ratsam, sich bei der Auswahl der Heilkräuter auf eine sorgfältige Mischung zu konzentrieren und sicherzustellen, dass jede Pflanze genügend Raum zum Wachsen hat. Eine gut durchdachte Anordnung berücksichtigt auch die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Kräuter hinsichtlich Sonneneinstrahlung, Bodenbeschaffenheit und Bewässerung.

2. Schlechte Nachbarschaft

Selbst in der bunt blühenden und harmonischen Welt der Heilkräuter kann es mal ungemütlich werden. Obwohl Mischkultur absolut von Vorteil ist, kann sie im Heilkräuterbeet auch Nachteile haben. Und zwar besonders dann, wenn Kräuter in schlechter Nachbarschaft zueinander wachsen, in der die Pflanzen miteinander konkurrieren und sich untereinander das Leben schwer machen.

Ein klassisches Beispiel für schlechte Nachbarschaft sind Pfefferminze und andere Minzarten, Basilikum oder Petersilie. Da Pfefferminzkräuter kriechende Ausläufer bilden, verbreitet sie sich im Beet rasant. Wo das Ausbreiten der Pfefferminze unerwünscht ist, sollten Sie über den Einsatz einer Wurzelsperre nachdenken. Ansonsten bedroht die Pfefferminze schnell ihre Nachbarkräuter und entzieht diesen wertvolle Nährstoffe und kostbares Wasser.

3. Kein ausreichendes Sonnenlicht

Heilkräuter sind oft Sonnenanbeter und brauchen ausreichend Licht, um ihre wertvollen Inhaltsstoffe zu entwickeln. Ein zu dunkler Standort kann nicht nur das Wachstum hemmen, sondern auch die Qualität der Ernte beeinflussen. Bedenken Sie beim Planen des Heilkräuterbeets in jedem Fall auch die Sonnenverhältnisse in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon.

Besonders mediterrane Kräuter wie Oregano und Salbei wachsen am besten an einem sonnigen Standort mit mindestens sechs Stunden direktem Sonnenlicht. In Situationen, in denen ein Sonnenstandort schwer umzusetzen ist, können Sie dennoch Heilkräuter anbauen. Wählen Sie Pflanzen aus, die sich auch im Halbschatten wohlfühlen, wie Petersilie, Kerbel oder Minze.

4. Eine schlechte Drainage

Wasser, das sich im Boden staut, kann zu einem ernsthaften Problem werden und die Gesundheit der Heilpflanzen gefährden. Eine effektive Lösung für dieses Problem liegt in der sorgfältigen Gestaltung des Bodens. Durch das Hinzufügen von Sand oder grobem Kies kann die Durchlässigkeit des Bodens verbessert werden. Dies ist besonders wichtig für Kräuter wie Lavendel oder Rosmarin, die empfindlich auf zu feuchte Bedingungen reagieren.

Auch bei der Verwendung von Töpfen ist die Beachtung der Drainage wichtig. Tontöpfe sollten daher mit ausreichend Abflusslöchern ausgestattet sein, um Staunässe zu verhindern. Ein kleiner Trick ist das Platzieren von einigen Zentimetern Kies am Boden des Topfes, um eine bessere Wasserableitung zu gewährleisten.

5. Zu wenig (oder zu viel) Wasser

Zu wenig Wasser kann zu Trockenstress bei den Heilkräutern führen und das Wachstum sowie die Wirkstoffproduktion der Heilpflanzen negativ beeinflussen. Hier ist es wichtig, die Bedürfnisse der einzelnen Kräuter zu kennen und sicherzustellen, dass sie ausreichend, aber nicht übermäßig bewässert werden.

Auf der anderen Seite kann zu viel Wasser ebenso schädlich sein. Staunässe kann sich entwickeln, insbesondere wenn die Erde keine ausreichende Drainage bietet. Dies kann zu Wurzelfäule und anderen Krankheiten führen. Daher ist es entscheidend, die Bodenfeuchtigkeit regelmäßig zu überprüfen und sicherzustellen, dass überschüssiges Wasser abfließen kann.

Fazit

Der erfolgreiche Anbau von Heilkräutern ist eine Kunst, die Aufmerksamkeit und Pflege erfordert. Nur so können die Heilpflanzen wachsen und ihre wertvollen Inhaltsstoffe optimal ausbilden, von denen wir in Tees, verarbeitet zu Salben und Tinkturen oder roh in einem Kräutersalat profitieren können.

Für einen umfassenden Leitfaden zum Heilkräuteranbau, schauen Sie gerne in meinem ausführlichen Ratgeber vorbei.

Bildquelle und Lizenznachweis: www.pexels.com